Software Synthesizers – Der Soundgenerator für den Midi Wind-/Breathcontroller/Blaswandler

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen Hard- und Software Synthesizer vorstellen, die ich selbst mit meinen Midi-Instrumenten getestet habe. Dabei möchte ich nur bedingt auf die  Art und Weise eingehen, wie ein Synth funktioniert. Dafür gibt es genug qualifizierte Seiten, die Aufbau und Funktionsweise solcher Hard- und Software- Lösungen beleuchten. Mir geht es bei dem Test eher darum, wie spielbar ist dieser Synthesizer für meine Wind/Breath Controller, wie klingen die Instrumente, was sind die Kosten etc…

Achtung!: Dabei möchte ich aber gleich festhalten, dass dies nur eine rein subjektive Beschreibung sein kann und nur bedingt eine Wertung darstellt. Es gibt Unmengen an Software Synthesizern. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich stehe auf naturalen Sound und weniger auf SynthSounds. Es wurden von mir nur Synths beschrieben, die ich selber einsetze. Wenn Sie mehr auf künstliche oder expressive Sounds stehen, schauen Sie sich bitte Synths von Thor Propellerhead, NI, IK, Moog etc… an.
Testen Sie selbst und bilden sich ein eigenes Urteil. :)

Für was braucht man nun einen solchen Synthesizer ?

Ein Midi-Instrument erzeugt keinen Ton/Sound, sondern beschreibt diesen. Wenn ein Midi-Instrument einen hörbaren Sound liefert, so hat dieses Instrument einfach einen Synthesizer mit an Board, der den beschriebenen Miditon in ein hörbares Signal umwandelt. Ganz vereinfacht teile ich dem Synth mit : Spiele die Note C2 mit der Lautstärke x.  Welches Instrument er dafür verwenden soll, lässt sich am Synth direkt einstellen oder ich teile dem Synth das Instrument mit. Dazu sind die die verfügbaren Instrumente in sogenannten Banks/Positions angeordnet. Diese Speicherplätze kann man einfach als Lagerregale mit dazugehörigen Stellplätzen betrachten. Ich informiere also den Synth, das er meine Töne mit dem Instrument spielen soll, welches in Regal x auf Lagerplatz y eingelagert ist.

Bei meiner Listung werde ich mit den Software-Synths beginnen, da dies wohl die Zukunft der Synthesizer sein wird. Dabei wird ein Synthesizer komplett als Software abgebildet und kann auf verschiedenen Rechner und Betriebssystemen eingesetzt werden (Rechner/Laptop/Tablet etc..).

Später werde ich noch auf einige Hardware-Synths eingehen. Also eine Fertiglösung in a Box, an die nur noch Instrument und Verstärker angeschlossen werden. (Im Prinzip ist auch dies natürlich (meist) ein Rechner mit installierter Software).

Hier und da werden Sie immer von patchman patches lesen (besonders bei den Hardwaresynths). Matt Traum erstellt viele Soundpatches, die speziell an WindController Instrumente angepasst sind. Zu beziehen und weitere Infos über verfügbare Patches findet man unter www.patchmanmusic.com.

Benötigte Hardware:

Ich habe meine Test mit der unterschiedlichsten Hardware und den unterschiedlichsten Betriebssystemen durchgeführt, wobei sich eklatante Unterschiede zeigten.

Einige der wichtige Kriterien für mich waren dabei :

Mobilität – Wie leicht und portabel ist der Rechner.
Ist er Akkubetrieben und wie lange hält der Akku durch ?
Reicht die Rechenleistung bei schnellem Spiel ?
Latenzzeiten des Rechners plus der Software.

 

Software-Synthesizer

IOS: Was mir an der Apfellösung ausgesprochen gut gefällt: Wie soll ich es ausdrücken. Alles wirkt irgendwie geschmeidiger und ist sehr einfach zu handeln, eigentlich das, was man erwarten würde. Tablet einschalten – Software installieren – Flute über Midi anschließen – spielen.
Kein großes ich muss erst noch den Sound patchen, einen MidiMapper einrichten und dies und jenes einstellen, wie das für Blaswandler in einigen Softsynths unter Windows der Fall ist.

Android: Habe ich schon getestet, habe aber bis jetzt keine Software gefunden, die zufriedenstellend auf einem Android Tablet funktioniert hat. Die Töne hinken immer meilenweit hinterher, wenn ein Blaswandler zum Einsatz kommt, selbst wenn das Tablet ein Bolide ist, mit Quadcore CPU, 2 GB Hauptspeicher….

Windows: Ich habe einige Win 8.1 Tablets ausprobiert, aber bis heute keine wirklich zufriedenstellendes Ergebnis erreicht. QSynth/Fluidsynth und sforzando-Player funktionierten auch auf den schwächeren Tablets, allerdings wurde es sofort kritisch, wenn sehr schnelle Tempi gespielt werden mussten. Die Player sind aber faktisch auf Windows Tablets nicht bedienbar, da die meisten Player (bedingt durch ältere VST-Schnittstellen bzw. minimalistischem Designs) ganz kleine Bedienungsscreens haben, die auch nicht wirklich vergrößert werden können. Da wird die ganze Bedienung bzw. das Lesen der Texte, die Einstellregler zum Krampf, da die Software nicht für den Tableteinsatz ausgelegt ist. Eine Rücksetzen der Bildschirmauflösung (Falls es überhaupt funktioniert) bringt dann kaum eine Verbesserung.
Unter stärkeren Windows Laptops mit genug Hauptspeicher, SSD und großen Screens funktioniert es jedoch recht ordentlich. Aber darauf kommen wir später zurück. Für einige Anwendungen wird der Einsatz des ASIO4ALL Treibers dringend empfohlen um die Latenzzeiten senken zu können.

Linux: Bis jetzt wenig Erfahrung mit SoftSynths…

 

IPad/IPadAir Apps:

Ich möchte heute Informationen über ein paar IPadApps einstellen, die ich nun ausgiebig testen konnte. Ich beziehe mich da ausdrücklich nicht auf den Funktionsumfang der Software (den kann jeder selber nachlesen) sondern hauptsächlich auf die Spielbarkeit mit einem Blaswandler und meines subjektiven Eindrucks der mitgelieferten Instrumente. Alle Anwendungen unterstützen Midi, Virtuell Midi, teilweise Midi über Wifi/Bluetooth. Die neuesten Versionen können auch an einer BluetoothBox betrieben werden, ohne das spürbare Latenzzeiten auffallen würden. Was am meisten stört (gilt für alle Apps), ist das Auswählen der Instrumente. Das geht meist sehr langatmig über die Bühne. Ein echter Screen für Playmode, wo das Keyboard weggelassen wird, dafür aber eine Schnellauswahl bzw. so eine Art Favoritenliste für zu nutzende Instrumente und deren Einstellmöglichkeiten etc.. wäre da sehr hilfreich. Das ist alles leider mehr für Keyboarder ausgelegt.

MusicStudio: Das ist eine komplette Musik Produktionsumgebung. In der Version sind 118 Instrumente enthalten. Weitere 60 Instrumente können per InApp noch dazugekauft werden. Die Anwendung spricht gut auf die Blaswandlerdaten an, allerdings klingen für mein Empfinden manche Instrumente sehr künstlich. Alles in allem bekommt man aber für knapp 20 Euro (14 Euro Anwendung/6 Euro zusätzliche Instrumente) ein recht anständiges System mit halbwegs brauchbaren Instrumenten. Eine Besonderheit, die mir aufgefallen ist. Spielt man in MusicStudio mit einem Blaswandler und will danach über das virtuelle Keyboard spielen, gibt es keinen Sound mehr. Da ist nichts defekt, sondern man muss bei dem Track, der dem Instrument zugeordnet ist, den Volumenregler wieder hochdrehen, da der Blaswandler diesen beim Beenden des Spiels ja auf 0 stellt. MusicStudio merkt sich das, so ist auch nach einem Neustart der Anwendung nichts zu hören.

ThumbJam : Für knapp 8 Euro bekommt man eine klasse Anwendung mit 40 sehr gut gesampelten Instrumenten. Weiter Instrumente lassen sich in der App kostenlos herunterladen. Zu den weiteren Instrumenten ist zu sagen, das deren Qualität spürbar schwankt. Die von Herstellern gesampelten Instrumente klingen sehr gut, manch anderes Instrument klingt teilweise künstlich bzw. klingt blass, was aber dem Spielspass keinen Abbruch bereiten soll. Super zu handelnde Applikation mit Loop Möglichkeiten.
Eigene gesampelte Instrumente können erstellt werden.

Mein heimlicher Favorit : bs-16i (7 Euro) : Dies ist zwar „nur“ ein multitimbraler PlaybackSampler, aber das tut er hervorragend. Der IPad wird kaum belastet mit der Anwendung. Mitgeliefert werden Unmengen an sehr gut gesampelten Instrumenten, die erstklassig auf WindController Daten ansprechen. Die Midi-Unterstützung und Ansprechverhalten ist superb. Als Besonderheit gilt es zu erwähnen, dass zusätzliche Instrumente im Soundfont *sf2 und smf Format in die Anwendung einkopiert werden können. Hilfreich dazu ist die Anwendung GoodReader um gepackte Soundfonts zu entpacken und an bs-16i zu übergeben. Dort kann das Instrument in eine von vier Bibliotheken eingefügt werden. Alles in allem ein wirklich rundes System, mit dem es Spass macht zu spielen. Die Anwendung kann wenn ich das richtig verstanden habe (muss ich noch austesten) über Virtual Midi von anderen Anwendungen fremdgesteuert werden. (Umschalten des Instruments mit einem Midibefehl etc..).

SampleTank: Ich habe SampleTank auf einem IPadAir ausprobiert. Blaswandler werden unterstützt. Die Ansprache auf dem IPadAir ist hervorragend und auch viele Instrumente von SampleTank klingen recht ansprechend. Die Software ist in der Lage 8-multitembrale Instrumente (Channels) parallel zu verarbeiten bei 140-Noten Polyphonie. Eine Testversion mit reduziertem Instrumentenumfang steht zur Verfügung. Ich werde SampleTank noch auf älteren IPads testen und das Ergebnis hier mitteilen.

Korg iM1: Beschreibung siehe unter Korg M1 Edition für Windows. Ihr Instrument sollte After Touch beherrschen, sonst funktionieren die Patchman Patches nicht.

 

Windows

Kontakt-Player : Der Kontakt-Player ist der Player aus der Softwareschmiede Native-Instruments. Es gibt eine freie Version davon und einige freie Instrumente dazu. Richtig Interessant wird dieser Player aber erst in der Vollversion und dann wird er einzeln so teuer, dass es sinnvoller ist, gleich das komplette Paket (Komplete) zu kaufen, da man für unwesentlich mehr Geld, viel mehr geboten bekommt. Es gibt hervorragende Patches für WindController Spieler von Patchmanmusic für diesen Player.

Um die Instrumente die mit Kontakt 5 mitgeliefert werden ordentlich mit einem Blaswandler nutzen zu können, ist es erforderlich dem Instrument das cc2 Kommando beizubringen. Dazu wählt man das Instrument aus, öffnet dann auf der linken Seite des Bildschirms den Tabreiter Auto, auf den Punkt cc2 klicken, festhalten und auf den Lautstärkeregler des Instrumentes ziehen. Im Standardplayer kann man diesen Wert nicht bei dem Instrument speichern, in der Vollversion von Kontakt 5 jedoch schon. Dafür öffnet man mit dem linken Button neben der Instrumentenbeschreibung das Einstellungsmenü des Instruments und klickt dann etwas höher, rechts auf das nun erschienene Diskettensymbol zum Speichern. Danach ist cc2 permanent dem Instrument zugeordnet (Ein weiterer click auf den Button, schaltet wieder zurück in die Standardansicht). Will man cc2 wieder von dem Instrument lösen, so klickt man mit der rechten Maustaste auf den Lautstärkeregler und removed die Einstellung wieder. Die dort enthaltene „Learn Funktion“ lernt vieles :) aber sehr wenig das cc2 Kommando, merkwürdiger Weise stellt es dann meist cc5 ein. Mit der vorhergenannten Zuordnung klappt die Zuweisung von cc2 an das Instrument immer und die Instrumente sind ordentlich oder sagen wir besser mit einem Blaswandler spielbar.

SampleTank: Der Mitbewerber zu NI’s Kontakt-Player. Dieser Player von IK-Multimedia gibt es auch in einer freien Version mit ein paar Instrumenten zum ausprobieren. Auch hier macht eigentlich nur der Kauf der Vollversion Sinn, da sonst einzel gekaufte Instrumente sehr teuer sind. Im Moment wird die ältere Version 2.5 für einen sehr günstigen Preis von ca. 75 Euro angeboten und ist somit eine Überlegung wert, günstig einsteigen zu können.

Aria-Player: Das ist der Player der von den Garritan-Instrumenten eingesetzt wird. Ich finde den Klang der Instrumente von Garritan sehr künstlich und auch relativ teuer. Am Anfang hatte der Player schwere Latenzprobleme. In der neuesten Version gehts nun deutlich besser zur Sache.

SForzando-Player: Ist der kleinere Bruder der Aria-Engine und kann von der Aria-Engine Seite heruntergeladen werden. Es gibt einige freie Instrumente für den Player und es gibt die Möglichkeit SF2 Soundfonts in den Player zu integrieren. Der Player hinkt auf mancher Hardware leider deutlich hinterher und ist nicht besonders Ressourcen schonend. Das Ändert sich allerdings von Release zu Release und muss entsprechend überprüft werden. Es empfiehlt sich der Einsatz des ASIO4ALL Treibers.

QSynth/Fluidsynth: Fluidsynth mit der Steuerungsoberfläche QSynth ist ein freier Softwaresynthesizer, der mit SF2 Soundfonts betrieben werden kann. Diese kann man im Internet herunterladen und es finden sich einige durchaus sehr brauchbare Instrumente darunter. Wenn man kein zu schneller Spieler ist, funktioniert der Synth auch auf schwächeren Windows-Tablets halbwegs ansprechend.

Korg M1 Softsynth legacy Edition: Der ist für den Preis von 49 $ schon ein echter Hammer. Wer auf den Charme der 90’er Jahre Synths steht, wird dort fündig werden (auch in der Bedienung, an die man sich aber relativ schnell gewöhnt). Immerhin ist der Softsynth schon mit allen Instrumenten ausgestattet, die es jemals von Korg für den M1 gab. Plus die 99 $ für die Patchman Patches, die die vollen 4 User Cards des Softsynths belegen, hat man eine ordentliche Auswahl von ca 900-1000 Instrumenten (Ich hab sie nicht gezählt :), ca. 3100 PreSets ). Da wird wohl jeder fündig. Wer echte naturale Sounds sucht, der wird dort nur sehr wenig finden. Es gibt aber einige durchaus sehr brauchbare Sounds (Für meine Ohren und meinen Geschmack). Wir haben den Softsynth schon mit 4 Blaswandlern bespielt (mit 4 Midi In) und er gab sich keine Blösse. In der Gruppe klangen die Instrumente sehr ordentlich. Soweit ich weiss, kann man sich den Korg herunterladen und erst ausprobieren. Bei dem Korg M1 sind meine alten Midi Blaswandler, wie das Casio DH 100 und die alte Digitale Trompete gut aufgehoben. Für neuere Geräte die sich nicht auf Aftertouch umstellen lassen, muss ein MidiMapper dazwischengeschaltet werden. Wer noch nicht genug Instrumente hat :), für den Korg M1 gibt es noch einige freie Instrumentenbänke zum Einladen in den Synth. Diesen Synthesizer gibt es nun auch in der iM1 Edition (ca. 29 Euro plus ca. 10 Euro zusätzliche Instrumente) für den iPad. Die Patchman Patches funktionieren auchauf dem iPad und werden mit iTunes zum iPad übertragen.

 

– Eingetragene Warenzeichen – – Registered trademark of –

Alle erwähnten Produkt- und Firmennamen sind Marken der jeweiligen Eigentümer.
All mentioned product and company names are trademarks of their respective owners.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.  Irrtum und Druckfehler vorbehalten.
The list is not exhaustive. Subject to errors and misprints.

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